Giovanni Falcone: Der Richter, der die Mafia herausforderte
Shownotes
Antimafia-Richter und Reformer...
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Die Episode basiert auf Inhalten von Wikipedia:
https://en.wikipedia.org/wiki/Giovanni_Falcone
https://en.wikipedia.org/wiki/Paolo_Borsellino
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Transkript anzeigen
00:00:00: Am XXIII.
00:00:01: Mai, nineteenhundertzweiundneunzig bereitete Giovanni Brusca ein Mitglied des Corleonesi Clans die Sprengladung vor.
00:00:10: Er stand auf einem kleinen Hügel neben der Autobahn A-Ninundzwanzig nahe Capaci mit dem Fernzünder in der Hand bereit für die kommende Gruppe an Fahrzeugen.
00:00:21: Wochenlang hatten Bruskers Männer Testfahrten unternommen, sogar eine Betonstruktur in einer experimentellen Explosion zerstört um die Sprengkraft zu prüfen.
00:00:31: Falcone befand sich auf seinem wöchentlichen Heimweg vom Flughafen Palermo.
00:00:36: Er steuerte sein gepanzerten Fiat Chroma selbst.
00:00:39: Seine Frau Francesca Morvillo saß daneben dicht gefolgt von zwei Polizeifahrzeugen.
00:00:46: Als der Convoy über die Autobahn rollte drückte Brusker ab Eine gewaltige Sprengladung versteckt in einem Durchlass unter der Fahrbahn detonierte.
00:00:56: Die Erschütterung war so immens, dass lokale Erdbebenmonitore sie registrierten.
00:01:02: Das erste Polizeifahrzeug katapultierte es in ein Olivenhain.
00:01:06: die Wuchte-Explosion ließ Falkones Wagen unkontrolliert gegen die Betonreste der aufgerissenen Fahrbahnprallen.
00:01:14: Giovanni Falcone und Francesca Morvillo erlagen ihren schweren Verletzungen Ebenso die Polizeibeamten Rocco di Cilo, Antonio Montinaro und Vito Schifani.
00:01:26: Wenige Tage später versammelten sich Tausende Menschen in der Kirche San Domenico in Palermo für die Beisetzungen.
00:01:34: Die Trauerfeierlichkeiten übertrugen nationale Fernsehsender live.
00:01:38: Das italienische Parlament rief einen nationalen Trauertag aus.
00:01:43: Alle regulären Fernseheprogramme wurden landesweit unterbrochen.
00:01:46: das Land verharte in schockierter Stille.
00:01:50: Palermo, die historische Hauptstadt Siziliens, schmiegte sich seit Jahrhunderten an das Mittelmeer.
00:01:56: Eine Stadt reich an Handel, Kultur und einer tief verwurzelten Geschichte Doch unter der Oberfläche ihres barocken Glanzes brodelte die organisierte Kriminalität.
00:02:07: Die Straßen, die Geschichten von Phönizien- und Arabern flüsterten Beherbergten auch die stillen Machtstrukturen der Cosa Nostra doch allgegenwärtig das Leben in der Stadt prägte.
00:02:23: Das Klima von der Neunzehnhundertfünfziger bis neunzehnhundertachtziger Jahre formte die Stadt auf brutale Weise neu.
00:02:30: Der sogenannte Sack-von Palermo ließ historische Gebäude weichen, oft unter dem ohrenbetäubenden Lärm von Abrissbirnen und dem ständigen Dröhnen von Baustellen.
00:02:42: Eine Welle spekulativer Bauten überrollte die Stad, ein greifbares Zeichen für den Einfluss der Mafia auf die legale Wirtschaft.
00:02:49: Ganze Viertel veränderten ihr Gesicht.
00:02:52: Die Cosa Nostra herrschte in dieser Zeit mit Eisener Faust.
00:02:56: Sie war nicht nur die mächtigste kriminelle Gruppe Palermos, sondern durch Drang der soziale und wirtschaftliche Gefüge.
00:03:04: Besonders in Gebieten wie Passo Rigano zeigte sich, wie tief ihr Einfluss auf scheinbar legale Unternehmen reichte.
00:03:12: In dieser von Konflikt-und Armut gezeichneten Nachkriegszeit wuchs auch Salvatore Rina auf.
00:03:18: Im September nineteenhundertdreiundvierzig, als die Kriegsfolgen noch allgegenwärtig waren, fand sein Vater eine amerikanische Bombe.
00:03:27: Er starb bei dem verzweifelten Versuch sie zu öffnen um das begehrte Metall zu verkaufen ein Opfer der Nachkriegswirren dass Rinas Welt nachhaltig prägte.
00:03:37: Giovanni Falcone geboren neunzehnhundertneinunddreißig wuchs in einem gänzlich anderen Umfeld auf.
00:03:44: Seine Familie gehörte den Bürgertum an.
00:03:47: Ihr Zuhause lag in der Via Castrofilippo, im Viertel La Calza.
00:03:51: Einer Gegend die den Krieg zwar spürte aber eine andere Art von Stabilität bot.
00:03:57: Arturo Falcone sein Vater war Direktor eines chemischen Labors.
00:04:02: Luisa Bentivenia seine Mutter führte den Haushalt.
00:04:07: Sie legten ihren Kindern die Werte harter Arbeit Tapferkeit und Patriotismus nahe forderten das Maximum von ihnen und formten ihren Charakter.
00:04:17: In den Gassen von La Calza trafen sich die Wege von Giovanni Falcone und Paolo Borcelino.
00:04:23: Als Kinder jagten sie gemeinsam einen Fußball über die Piazza Magione, verbrachten ihre unbeschwerte Kindheit in einem Viertel, indem die Mafia eine präsente aber oft schweigende Kraft war.
00:04:35: Doch viele ihrer damaligen Freunde wuchsen in diesem Umfeld auf.
00:04:39: Sie wurden später selbst Mafiosi – eine traurige Realität, die das Schicksal der beiden Jungen in ein besonderes Licht rückte.
00:04:47: Giovanni Falcone besuchte ein klassisches Gymnasium.
00:04:51: Es war ein Weg, den sein Vater für ihn wählte, nachdem er eine Marine-Karriere für den eigenwilligen Jungen ablehnte.
00:04:58: Danach folgte das Jurastudium an der Universität Palermo, dass er nineteenhundertsechzig abschloss.
00:05:05: Neunzehntundsechzig nannte man ihn zum Richter.
00:05:08: Nach Stationen als Bezirksmagistrat und am Konkursgericht spezialisierte er sich schließlich auf das Strafrecht.
00:05:16: Paolo Borcelino, sein Freund aus Kindertagen studierte ebenfalls Rechtswissenschaften in Palermo.
00:05:23: Seine Familie besaß eine Apotheke in La Calza – ein fester Bezugspunkt im Viertel.
00:05:29: Während Borselino politisch eher konservative Ansichten vertrat, galt Falkone als liberaler und weniger parteipolitisch gebunden.
00:05:37: Trotzdem hielt ihre unterschiedliche politische Ausrichtung der Tiefenfreundschaft keinen Abbruch.
00:05:43: Gemeinsam teilten sie das übergeordnete Ziel, die Mafia zu bekämpfen.
00:05:48: In der angespannten Atmosphäre – in der die Macht der Mafia anwuchs und das Leben von Staatsanwelten und Polizisten an einem Seiden in Faden hing – begann Giovanni Falcone Anfang mit seiner Arbeit.
00:06:02: Er saß in seinem spärlich ausgestatteten Büro im Justizpalast von Palermo.
00:06:07: Die Akkentürme ragten wie Stummezeugen um ihn auf.
00:06:11: Mit einer damals innovativen Ermittlungstechnik beschlagnahmte er Bankunterlagen, um der Geldspur des Heroinhandels zu folgen.
00:06:20: Ohne Computer nur mit Stift und Papier notierte er persönlich jede Transaktion die auf den unzähligen Ausdrucken aus den Banken der gesamten Provinz Palermo gelistet war.
00:06:31: Jede Zahl, jede Überweisung jedes verdächtige Muster zeichnete ein Bild der unsichtbaren Wege des illegalen Geldes die sich wie Adern durch die legale Wirtschaft zogen.
00:06:42: Falcone, der seine Fähigkeiten im Umgang mit Konkursfällen geschärft hatte, verstand die komplexe Natur dieser finanziellen Netzwerke besser als die meisten seiner Kollegen.
00:06:53: Er war einer der ersten sizilianischen Richter, der erkannte dass die Mafia keine lokale sondern eine globale Bedrohung darstellte.
00:07:01: Er überwand die Isolationen der sizilianische Justiz und baute entschlossen Arbeitsbeziehungen zu Kollegen aus anderen Ländern auf.
00:07:09: Er wollte die globalen Dimensionen des Heroinhandels verstehen, die weit über die Grenzen Italiens hinausreichten.
00:07:16: Ende in den USA führte ihn diese Vision in die Vereinigten Staaten.
00:07:21: Falcone begann eine enge Zusammenarbeit mit dem US-Justizministerium.
00:07:27: Diese Kooperation mündete in einige der größten internationalen Strafverfolgungsoperationen der Geschichte darunter die bekannte Operation Pizza Connection.
00:07:37: Die Ermittlungen weiteten sich aus Zunächst bis in die Türkei einen entscheidenden Knotenpunkt für den Transport von Morphin Base, dem Zwischenprodukt zur Herstellung von Heroin.
00:07:48: Dann in die Schweiz – wo strenge Bankgeheimnis-Gesetze die Geldwäsche begünstigten.
00:07:53: und schließlich nach Neapel, wo sich Schmuggelnetzwerke auf den Heroinhandel spezialisierten.
00:07:59: Während Falcone seine Ermittlungen immer weiter ausbaute, eskalierte die Gewalt der Cosa Nostra in Palermo.
00:08:06: Bereits Mitte der nineteenhundertsiebziger Jahre begann Salvatore Rina, genannt Toto einen brutalen Feldzug um die Vorherrschaft des Clans der Corleonesi innerhalb der Mafia zu sichern.
00:08:19: Rina brach mit alten Mafiakots ließ Frauen und Kinder ermorden und schreckte selbst vor der Tötung unbeteiligter nicht zurück um die Strafverfolgungsbehörden abzulenken.
00:08:30: Seine Herrschaft markierte den Beginn einer beispiellosen Gewaltwelle.
00:08:34: Zu ihren ersten prominenten Opfern gehörte Boris Giuliano, der Leiter der Polizei-Ermittlungseinheit für Heroinhandel.
00:08:42: Er wurde neunzehnhundertneunundsiebzig ermordet.
00:08:45: Wenige Monate später fiel auch Richter Cesare Teranova – ein bedeutender Anti-Mafia-Reforma und vorgesehener Leiter des Untersuchungsbüros einem Attentat zum Opfer.
00:08:57: Die Gewalt setzte sich nineteenhundertachtzig fort.
00:09:00: Im Mai wurde Karabineri Hauptmann Emanuele Basile Julianus Nachfolger bei den Ermittlungen gegen internationale Heroin-Netzwerke erschossen.
00:09:10: Bereits einen Tag später unterzeichnete Staatsanwalt Gaetano Costa als einziger seines Büros fünfundfünfzig Haftbefehle gegen das Heroin Netzwerk des Spatola in Cirillo Gambino Clans.
00:09:22: Diese mutige Entscheidung besiegelte sein Schicksal.
00:09:26: Am Sechsten August nineteenhundertachtzig wurde Costa auf Anweisung von Salvatore in Cirilo ermordet.
00:09:33: Bereits am folgenden Tag erhielt Giovanni Falcone Personenschutz, ein deutliches Zeichen dafür wie gefährlich der Kampf gegen die Mafia geworden war.
00:09:42: Auch Tomasso Buschetta geriet ins Visier der Corleonesi.
00:09:46: Nach dem zahlreiche Angehörige seiner Familie im zweiten Mafiakriek ermordet worden waren und er selbst in Abwesenheit wegen Mordes verurteilt worden war, floh er im Januar, Seine Flucht sollte sich später als entscheidender Wendepunkt im Kampf gegen die Cosa Nostra erweisen.
00:10:05: In den letzten Jahren richtete sich der Terror zunehmend gegen Politiker und Repräsentanten des Staates.
00:10:12: Am dreißigsten April wurde Piola Torre ermordet, nachdem er ein bahnbrechendes Gesetz zur Beschlagnahmung von Mafia-Vermögen eingebracht hatte.
00:10:21: Nur wenige Wochen später entsannte die italienische Regierung General Carlo Alberto Dalachiesa um die Mafia zu bekämpfen.
00:10:30: Doch auch er wurde am dritten September, nineteenhundertzweiundachzig gemeinsam mit seiner Ehefrau in Palermo ermordet.
00:10:38: Die öffentliche Empörung war enorm.
00:10:40: Zehn Tage später verabschiedete das Parlament schließlich das von Latore initiierte Gesetz.
00:10:46: Angesichts der anhaltenden Bedrohung und der zahlreichen Morde an Richtern und Polizisten erkannte Rocco Kinichi dass einzelne Ermittler der Macht der Cosa Nostra nicht länger allein gegenüberstehen konnten.
00:10:59: Deshalb gründete er in Palermo den informellen Anti-Mafia Pool.
00:11:03: Dieser Zusammenschluss stärkte die Solidarität.
00:11:07: Giovanni Falcone war Teil dieser Gruppe, ebenso wie Paolo Borcelino, Giuseppe di Lello und Leonardo Guarnotta.
00:11:15: Das Pool übernahm die kollektive Verantwortung für die Mafia-Ermittlungen.
00:11:20: Mitglieder unterzeichneten Untersuchungsbefehle gemeinsam – ein Schutzmechanismus der verhindern sollte, dass einzelne Richter wie Gaetano Costa isoliert zur Zielscheibe der Mafia wurden.
00:11:32: Doch auch diese neue Strategie konnte Kinichi nicht schützen.
00:11:36: Am neunzwanzigsten Juli, nineteenhundertdreiundachzig wurde er durch eine Autobombe vor seinem Wohnhaus in Palermo ermordet.
00:11:44: Nach seinem Tod übernahm Antonino Caponetto die Leitung des Pools und führte dessen Arbeit weiter.
00:11:51: Im Jahr nineteenhundesschünfundachtzig verlor Falcone einen weiteren Freund.
00:11:55: Antonio Casarra, der die Polizeieinheit zur Jagd auf Flüchtige leitete wurde ermordet.
00:12:02: Trotz der ständigen Bedrohung arbeitete das Anti-Mafia Pool weiter und legte die Grundlage für den späteren Gerichtsprozess – dem sogenannten Maxi-Prozess gegen die Scylianische Mafia.
00:12:15: Der entscheidende Durchbruch kam durch Tomaso Buschetta.
00:12:18: Nach seiner Festnahme und Auslieferung erklärte er sich bereit mit den Behörden zusammenzuarbeiten.
00:12:25: Der Maxi-Prozess begann im Februar, und endete im Dezember, ein eigens dafür errichtetes Bunkergerichtsgebäude neben dem Utschadonegefängnis schirmte die Verhandlungen ab.
00:12:40: Das Gebäude war so konzipiert dass es selbst Raketenangriffen standhalten konnte.
00:12:46: Im Inneren dieses massiven Bauwerks saß Tomaso Buscetta.
00:12:50: Er war der erste sicilianische Mafia-Boss, der zum Informanten einem sogenannten Pentito wurde.
00:12:57: Fünfundvierzig Tage lang lieferte er Falcone entscheidende Informationen.
00:13:02: Buschetta erklärte die innere Funktionsweise und die hierarchischen Strukturen der Cosa Nostra einschließlich des Führungsgremiums des Clans auch genannt Cupola.
00:13:13: Seine detaillierten Aussagen widerlegten die lange geheckte Behauptung Die Mafia sei nur eine lose Ansammlung von Banden.
00:13:20: Vielmehr zeigte sich, dass die Spitze der Mafia in alle Verbrechen der Organisation verwickelt war.
00:13:26: Ein Konzept das als Buschetta-Theorem bekannt wurde.
00:13:30: Die Urteile fielen schwer.
00:13:32: Von den Vierhundertfünfundsiebzig Angeklagten des Maxi-Prozesses wurden Dreihundertachtunddreißig verurteilt.
00:13:39: Insgesamt wurden zwei Tausend Sechshundertsechzig Jahre Gefängnisstrafen verhängt.
00:13:45: Zudem erhielten neunzehn führende Mafia-Bosse lebenslange Haftstrafen, darunter Michele Greco.
00:13:51: Die flüchtigen Salvatore Rina und Bernardo Provinzano wurden ebenfalls in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt.
00:14:00: Nach dem triumphalen Erfolg des Maxi-Prozesses eralte Falcone eine Herbeenttäuschung.
00:14:04: Man nannte ihn nicht zum Oberstaatsanwalt im Palermo – ein Posten den er sich gewünscht hatte!
00:14:11: Stattdessen akzeptierte der neue Amtsinhaber, die im Maxi-Prozess enthüllte hierarchische Mafia-Struktur nicht und versuchte Falcone auf Fälle wie häusliche Gewalt zu beschränken.
00:14:22: Falconey war von dieser Feindseligkeit so frustriert dass er über einen Rücktritt nachdachte.
00:14:28: Gerüchte über seine Integrität, die in dieser Zeit gestreut wurden beunruhigten ihn zutiefst.
00:14:34: Sie griffen seine Glaubwürdigkeit an, die er sich so hart erarbeitet hatte.
00:14:40: Am zwanzigsten Juni, neunzehnhundertneunundachtzig entdeckte ein Polizist einen mit dynamitgefüllten Sack in der Nähe eines von Falkone gemieteten Strandhauses in Adaurer.
00:14:51: Der gescheiterte Anschlag –ein sogenannte Insider-Job traf Falkoene bis ins Mark.
00:14:58: Er traf zu dieser Zeit die Schweizer Staatsanwälte Carla del Ponte und Claudio Lehmann, die ihm bei Ermittlungen zu den Finanzbeständen der Mafia in der Schweiz halfen.
00:15:09: Falcone glaubte, dass der Mordversuch nicht nur die Mafia sondern auch Teile der Regierung betraf.
00:15:16: Spätere Ermittlungen zeigten das Bruno Contrada, der ehemalige Polizeichef von Palermo, der mittlerweile zum Geheimdienst SISDE gewechselt war einen Verdächtigen vor seiner bevorstehenden Verhaftung gewarnt hatte.
00:15:31: Unbemerkt von FalcONE unterbrach die Mafier ihre Bemühungen ihn zu töten während das Berufungsverfahren des Maxi-Prozesses lief.
00:15:40: Die Mafia hoffte, dass die Verurteilungen aufgehoben würden wie es in der Vergangenheit oft geschehen war.
00:15:47: Spätere Ermittlungen zu den Morden an den Polizeibeamten Antonino Agostino und Emanuele Piazza –die für den Geheimdienst arbeiteten– zeigten, dass sie zuvor Bomben entschärft hatten.
00:15:59: Er schöpft und frustriert durch die Feindseligkeit im Palermo, nahm Falkone im März einen Posten im Justizministerium in Rom an.
00:16:10: Falcone sah seinen Wechsel nach Rom nicht als Kapitulation, sondern als taktischen Schachzug um die Mafia besser bekämpfen zu können.
00:16:19: Sofort bereitet er ein Dekret vor das dazu dienen sollte die katastrophalen Urteile von Richter Corrado Carnevale rückgängigzumachen.
00:16:29: Carnevale bekannt als der Urteilskiller hatte zahlreiche Mafiosi aus dem Gefängnis entlassen.
00:16:37: Das sogenannte Matelli-Dekret führte zur sofortigen Wiederverhaftung der Mafiabosse.
00:16:43: In Rom begann Falcone mit der Restrukturierung des italienischen Staatsanwaltschaftssystems, schuf nationale und regionale Büros zu Bekämpfung der organisierten Kriminalität.
00:16:55: Sein Einsatz verhinderte das Richter Karnevale die Urteile des Maxi-Prozesses überprüfen konnte – was als massiver Schlag für die Mafia galt!
00:17:05: Überraschend für viele entwickelte sich Falkones Umzug nach Rom zu einem vollen Erfolg.
00:17:12: Die Mafia erkannte bald, dass Falkone in Rom noch gefährlicher war als in Palermo.
00:17:18: Drei lange Jahre zog sich das Berufungsverfahren des Maxi-Prozesses hin.
00:17:23: Juristen stritten in den Gerichtssälen, während dutzende Mafiosi am zehnten Dezember nineteenhundertneunzig freigesprochen wurden.
00:17:31: Die Cosa Nostra hoffte die Vergangenheit würde sich wiederholen und die Urteile des Jahrhundertprozesses würden zerbröseln.
00:17:39: Im August nineteenhundertneunzig traf die Mafia eine brutale Entscheidung.
00:17:44: Antonino Scopeliti, der die Regierung im letzten Berufungsverfahren des Prozesses vertreten sollte wurde ermordet.
00:17:52: Seine Ermordung sannte eine unmissverständliche Botschaft an alle, die sich der Organisation entgegenstellten.
00:17:59: Trotz der düsteren Wolken der Korruption, die Überrichter Corrado Carnavale kreisten wurde er im Kassationsverfahren des Maxi-Prozesses von der zuständigen Kammer fern gehalten bzw.
00:18:10: nahm nicht den Vorsitz ein.
00:18:12: Dies war ein kleiner Sieg für die Integrität der Justiz.
00:18:16: Dann am dreißigsten Januar twohneinzehnhundert zweiundneunzig fiel eine Entscheidung, die Sizilien erschütterte und die Mafia ins Markt traf.
00:18:26: Der oberste Gerichtshof in Rom bestätigte die Verurteilungen des Maxi-Prozesses und annulierte die meisten Freisprüche des Berufungsverfahrens.
00:18:35: An jenem Wintertag zerplatzten die Hoffnungen der Corleonesie wie Seifenblasen, Die Bestätigung der Urteile war ein verheerender Schlag für das Prestige und die langjährige Strategie der Mafia.
00:18:47: Salvatore Rina, der Capo dei Carpi hatte seine Hoffnung fest auf den langen Berufungsprozess gesetzt der in der Vergangenheit so oft verurteilte Mafiosi freigelassen hatte.
00:18:58: Wochenlang hatte Rina seine Mordkampagne gegen Staatsbeamte ausgesetzt, wartete auf das vermeintlich günstige Urteil.
00:19:06: Nun stand er vor einem Trümmerhaufen seiner Pläne.
00:19:10: Der Rat der obersten Bosse – angeführt von einem wütenden Salvatore Rina – reagierte mit einer kalten Anweisung.
00:19:17: Sie ordneten die Ermordung von Salvatoren Lima an.
00:19:21: Lima galt als Verbündeter von Giulio Andriotti und hatte aus Sicht der Mafia versagt, die Organisation nicht ausreichend geschützt.
00:19:30: Am zwölften März, nineteenhundertzehnundneunzig töteten Mafiakiller ihn auf offener Straße – doch Rinas Rachedurst war ungestillt!
00:19:39: Er ordnete an, Giovanni Falcone zu ermorden um ein Zeichen der Macht der Mafier in Sizilien zu setzen.
00:19:47: Falcone, der Architekt des Maxiprozesses sollte für seine Erfolge bezahlen.
00:19:53: Rina beauftragte Giovanni Brusca persönlich mit der Tötung Falkones.
00:19:58: Der Anschlag, so Rinas ausdrückliche Forderung, sollte auf der Autobahn A-Ninundzwanzig erfolgen – jener Straße die Falkone wöchentlich auf seinem Weg nach Hause nutzte.
00:20:09: Nach den brutalen Morden an Giovanni Falcone und Paolo Borcelino begann eine massive Ratia gegen die Mafia.
00:20:17: Salvatore Rina, der die Ermordung der Richter anordnete wurde am fünffzehnten Januar, nineteenhundertdreiundneunzig gefasst.
00:20:25: Bis zu seinem Tod im Jahr zwei tausend siebzehn verbüßte er eine lebenslange Haftstrafe.
00:20:31: Dutzende Mafiosi verurteilte man wegen ihrer Beteiligung an Falkones Ermordung ebenfalls zu lebenslanger Haft.
00:20:39: Berichte aus dem Jahr zweitausend neunzehn deuteten daraufhin dass John Gotty von der Gambino-Familie einen Sprengstoffexperten zur Unterstützung der Cholionesi bei der Anschlagsplanung entsand hatte.
00:20:51: Zu Ehren der beiden Richter trägt der internationale Flughafen Palermo heute den Namen Falcone-Borsilino.
00:20:58: Er beherbergt zudem ein beeindruckendes Denkmal.
00:21:02: Auch an der FBI National Academy in Virginia steht ein Denk mal für Falkone, es ehrt seine entscheidenden Beiträge im sogenannten Pizza Connection Fall.
00:21:12: Giovanni Brusca wurde nineteenhundertsechsundneinzig festgenommen und wegen seiner Beteiligung darunter dem Attentat von Capaci zu lebenslanger Haft verurteilt.
00:21:25: Nach jahrzehntelanger Zusammenarbeit mit der Justiz wurde er am einund dreißigsten Mai, zwei tausend und zwanzig unter Auflagen freigelassen.
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